Pfadfinderbewegung
Pfadfinden heißt, gemeinsam Neues auszuprobieren: draußen unterwegs sein, im Team Aufgaben lösen und Verantwortung übernehmen. Bei Gruppenstunden, Aktionen und Zeltlagern entdecken Kinder und Jugendliche ihre Umwelt, bringen eigene Ideen ein und wachsen als Gruppe zusammen.
Die DPSG und unser Stamm
Die Deutsche Pfadfinder*innenschaft Sankt Georg (DPSG) ist ein katholischer Pfadfinderverband. In den Stämmen gestalten Kinder, Jugendliche und Leitende das Pfadfinden gemeinsam.
Der Stamm St. Arnold gehört zur DPSG. Bei uns wird Pfadfinden in vier Altersstufen erlebt. Mehr über den Verband erfährst du auf der offiziellen DPSG-Seite.
Die DPSG ist vom Bundesverband über die Diözesanverbände und Bezirke bis zu den Stämmen vor Ort gegliedert. Der Stamm St. Arnold gehört zum Diözesanverband Aachen und zum Bezirk Düren.
Das Bundeszentrum der DPSG in Westernohe ist ein besonderer Ort für Begegnung, Gemeinschaft und Zeltlager. Unser Stamm besucht es regelmäßig, zum Beispiel bei „Pfingsten in Westernohe“.
Unsere Werte: drei Verantwortungen
Drei Verantwortungen geben der Pfadfinderbewegung Orientierung:
- Verantwortung gegenüber Gott: Glaube und Spiritualität gehören zur DPSG. Pfadfinder*innen setzen sich mit ihren Überzeugungen auseinander und übernehmen daraus Verantwortung.
- Verantwortung gegenüber anderen: Wir achten die Würde anderer Menschen, fördern Frieden und Verständigung und übernehmen Verantwortung für Natur und Gemeinschaft.
- Verantwortung gegenüber sich selbst: Wir treffen eigene Entscheidungen, stehen zu unserem Handeln und entwickeln uns weiter.
So setzen wir unsere Werte um: acht Elemente
Acht Elemente prägen die pfadfinderische Arbeit. Sie greifen ineinander und machen aus Werten gemeinsame Erlebnisse:
- Gesetz und Versprechen: Gemeinsame Werte geben Orientierung; das Versprechen ist eine freiwillige persönliche Entscheidung.
- Groß- und Kleingruppe: In kleinen Teams kann jede*r mitreden, mitentscheiden und Aufgaben übernehmen.
- Engagement im Gemeinwesen: Wir packen auch außerhalb des Stammes mit an, zum Beispiel bei Aktionen im Ort.
- Learning by Doing: Wir probieren aus, übernehmen Verantwortung und lernen aus unseren Erfahrungen.
- Natur: Draußen entdecken wir unsere Umwelt und übernehmen Verantwortung für ihren Schutz.
- Persönliche Weiterentwicklung: Jede*r kann Neues ausprobieren, eigene Stärken entdecken und an Herausforderungen wachsen.
- Stil und Kultur: Gemeinsame Erlebnisse, Rituale und Traditionen geben jeder Gruppe eine eigene Kultur.
- Unterstützung durch Erwachsene: Leiter*innen begleiten die Gruppe, ermöglichen Erfahrungen und lassen Raum für eigene Entscheidungen.
Die Geschichte des Pfadfindens
Lord Robert Baden-Powell und die Idee des Pfadfindens
Robert Baden-Powell (1857–1941) war ein britischer Offizier. Schon früh begeisterte er sich für Natur und Spurenlesen. Im Militär sammelte er Erfahrungen mit Orientierung, Kartenlesen, Beobachtung und der Arbeit in kleinen Gruppen. In seiner Schrift „Aids to Scouting“ beschrieb er solche Fähigkeiten zunächst für Soldaten. Als Jugendliche das Buch lasen und die Aufgaben ausprobierten, entwickelte er daraus eine Idee für die Jugendarbeit.
1907 erprobte Baden-Powell seine Idee mit 22 Jungen aus unterschiedlichen sozialen Verhältnissen in einem Zeltlager auf Brownsea Island. 1908 veröffentlichte er „Scouting for Boys“. Aus dem Lager und dem Buch entwickelte sich die Pfadfinderbewegung.
Pfadfinden in Deutschland
- 1909: Der Pfadfindergedanke kommt nach Deutschland. Der Arzt Alexander Lion prägt das deutsche Wort „Pfadfinder“ für „Scout“.
- Nach dem Ersten Weltkrieg: In der Weimarer Republik war die bündische Jugend eine wichtige Strömung der Jugendbewegung. Ihre Gruppen betonten Gemeinschaft, Selbstorganisation, Fahrt und Lager. Diese Formen prägten auch die Pfadfinderarbeit; bündische Gruppen und Pfadfinderbünde überschnitten sich, waren aber nicht identisch.
- 1928–1929: Erste katholische Pfadfindergruppen entstehen. 1929 schließen sich Stämme zur Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg zusammen.
- 1934–1938: Das NS-Regime schränkt die Pfadfinderarbeit zunehmend ein. Die DPSG wird verboten; einige Gruppen arbeiten im Untergrund weiter.
- 1945–1949: Nach dem Krieg entstehen wieder Pfadfindergruppen. 1949 gründet die DPSG gemeinsam mit anderen Verbänden den Ring deutscher Pfadfinderbünde.
Heute arbeiten im Ring deutscher Pfadfinder*innenverbände (rdp) fünf Verbände zusammen: der Bund der Pfadfinder*innen (BdP), der Bund Muslimischer Pfadfinderinnen und Pfadfinder Deutschlands (BMPPD), die Deutsche Pfadfinder*innenschaft Sankt Georg (DPSG), die Pfadfinderinnenschaft St. Georg (PSG) und der Verband Christlicher Pfadfinder*innen (VCP). Über den rdp ist die DPSG mit der weltweiten Pfadfinderbewegung verbunden. Mehr zur Geschichte der DPSG.